Die Erhaltung von prähistorischen Siedlungsschichten ist in Mitteldeutschland als seltener Glücksfall anzusehen. Häufig sind solche Schichten erodiert, durch Pflugtätigkeit zerstört oder selbst bei günstigen Erhaltungsbedingungen nur noch als diffuse Kulturschicht wahrnehmbar. Die in den Jahren von 2005 bis 2007 im Vorfeld des Baus der Bundesautobahn A 71 durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt durchgeführten Sondagen und Ausgrabungen bei
Niederröblingen, Lkr. Mansfeld-Südharz, erbrachten den Nachweis von prähistorischen Siedlungsschichten, die mit einer erhaltenen Gesamtmächtigkeit von bis zu 1,80 m noch bis in jüngste Zeit als sanfter Hügel in der umgebenden Helme-Aue wahrnehmbar waren. Die zahlreichen Befunde und Funde stammen aus einem Zeitraum von der frühen Jungsteinzeit (Ende des 6. Jts. v. Chr.) bis in die Römische Kaiserzeit (Ende des 3. Jhs. n. Chr.). Hauptgegenstand der vorliegenden Publikation sind die Befunde und Funde aus einem Grabungsabschnitt (Fläche III, Schnitt 15). Hier gelang es durch eine spezielle Grabungstechnik die stratigrafische Abfolge präzise zu erfassen. Vorgelegt werden Beschreibungen der Befunde und Funde, Umzeichnungen der Plana und Profile sowie Zeichnungen aus- gewählter Funde. Eingangs wird der aktuelle Forschungsstand zu der gesamten Fundstelle Niederröblingen 1/9 zusammengefasst. Zudem wird die in Schnitt 15 (Fläche III) beobachtete Stratigrafie des Siedlungshügels erläutert.